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ercebe

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Montag, 21. Juli 2014, 23:09

Öffentliche Auftritte

Hier kann man seine öffentlichen Origamiaktivitäten mitteilen. Die Verbreitung unseres Hobbys wollen wir ja alle und dabei von der Problematik "Kinderbasteln" wegkommen. Ein Austausch der Ideen wäre auch von Vorteil, ebenso der Erfahrungen, was gut geht, was nicht.

Meine letzte Aktivität war ein Interview mit dem DeutschlandRadio Kultur über die Hintergründe und die Geschichte des Origami. Der Beitrag läuft am Mittwoch (23.7.14) um 19:07. Die fast 2 Stunden Unterhaltung (bei den Temperaturen schweißtreibend) werden auf 4 Minuten eingedampft. Hoffentlich wird es überhaupt gesendet, denn beim Fernsehen/Radio weiß man nie, ob die Pläne nicht umgeschmissen werden. rcb

volker

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2

Dienstag, 22. Juli 2014, 10:02

Danke fuer die Information, Rainer! Ich denke, sie werden es bringen. Ist ja Sommer.

3

Mittwoch, 23. Juli 2014, 20:40

Danke für die Information. Es ist doch gut, wenn man überall immer wieder etwas von Origami hören kann.
Warst du zufrieden mit dem ausgestrahlten Beitrag, Rainer?

quiet marverick

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4

Donnerstag, 24. Juli 2014, 23:40

Ich hab ihn leider verpasst.
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ercebe

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5

Freitag, 25. Juli 2014, 00:31

Origami im Radio

Die Sendung an sich war ok, immerhin hat der Redakteur 5 statt 4 Minuten für mich gegeben. Trotzdem ist es natürlich wenig vom aufgenommenen Material. Das ist aber immer so beim Rundfunk. Die komplette Sendung ist 23 Minuten lang, Gerlinde aus Rostock hat auch was beigetragen, und es wurde auch noch Fröbel hervorgehoben.

Sendung verpasst? Dann geht auf die Seite vom DeutschlandRadio, im Suchfeld Origami eingeben und staunen über die vielen Beiträge, die schon gebracht worden sind in den Wissenschaftssendungen.

rcb, Radiostar

quiet marverick

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Freitag, 25. Juli 2014, 00:34

okay wird gemacht^^
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Freitag, 25. Juli 2014, 21:51

Das ist ja ganz phantastisch, nicht nur gedruckt, sondern man hoert die Sendung, also auch Dich und Gerlinde "in echt" reden. Wunderbar. Hatte es naemlich dann auch verpasst und war sehr sauer auf mich. Danke fuer alles!

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Montag, 4. August 2014, 23:42

Maulbeerfest

Am Sonnabend (2.8.14) fand das 14. Maulbeerfest in Zernikow statt. Es wird von einem Verein veranstaltet, der dort in Brandenburg, bei Gransee, sich um die alten Maulbeerbaumalleen kümmert. Man glaubt es kaum, aber die hat Friedrich II, genannt der Große, anlegen lassen, um tatsächlich Seide produzieren zu können. Einige Bäume aus dieser Zeit stehen noch. Sie haben jetzt etwa 250 Jahre auf dem Buckel. Sie wurden immer mal wieder nachgepflanzt, der Verein versucht das nun systematisch. Das mit der Seide hat letztendlich nicht so geklappt. Die Plantagen wurden wieder gerodet, aber die Alleebäume blieben erhalten.

Seit 13 Jahren nehme ich daran teil mit einem Falteinsatz, zuerst mit E. und Leuten vom Stammtisch, dann seit einiger Zeit nur mit E., und nun allein, was recht anstrengend ist. Natürlich werden lebende Seidenraupen gezeigt, Vorträge kann man hören und einen Markt besuchen. Wir/ich falten Raupen, Schmetterlinge und die üblichen Frösche für die ganz Kleinen. Eine Ausstellung mache ich auch. Eine hübsche Veranstaltung, zu der man aus Berlin 80km anreisen muss, in meist überfüllten Bahnen. Das ist nämlich die Strecke nach Rostock, und gerade am Vormittag fahren viele an die Ostsee.

quiet marverick

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Dienstag, 5. August 2014, 14:40

Hört sich nach einem schönen Tag an. Danke für den kurzen Bericht ;)
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Mittwoch, 24. September 2014, 23:56

AniMaCo 2014

Mein nächster Auftritt wird die AniMaCo 2014 sein, am letzten Oktoberwochenende. Das Kürzel bedeutet Anime -und Mangaconvention, also Anime, Manga und Cosplay. Ich gebe zwei Workshops à zwei Stunden. Die Altersklasse der Teilnehmerinnen (überwiegend Mädchen) geht von etwa 14 bis 24 Jahren, bei anderen Veranstaltungen kommen die selten bis nicht. Als Ausstellung habe ich meine Comicfigursammlung, einige werden auch immer prompt erkannt (kuck mal, Pikachu!). Die Veranstaltung findet im Wechsel mit der MMC (MegaMangaConvention) statt, immerhin kommen tausend Besucher, mehr sind nicht erlaubt. Die Workshops hatten bisher 7 bis 25 Teilnehmer, am Sonntag traditionell weniger.

Es gibt eine Reihe anderer Workshops, vom Schminken bis, öhem, Aktzeichnen. Ein Riesenprogramm gibt es natürlich auch. Es wird anstrengend.

rrrrroooooooaaaaaaaarrrrrcb

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Samstag, 27. September 2014, 00:05

Ich war auch mal auf einer Cosplay Convention in weißnichtmehrwo. Aber damals nicht zum Origamieren sondern eher zum Flanieren.
Tja, Origami gibt es nur in Berlin, es sei denn, jemand wendet sich an die Veranstalter, wenn es in Wessiland stattfindet, äh, also im übrigen Bundesgebiet, na ihr wisst schon wo.

Übrigens, Moderator, da fehlt doch irgendwo der Schwanz der Figur.

In echter Sorge rcosplayb

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Sonntag, 28. September 2014, 23:22

Zurück zum Alltag

Diese Rubrik habe ich eigentlich vorgeschlagen, damit man seine Erfahrungen mit Auftritten in der Öffentlichkeit teilen kann. Das wäre demnach eine Aufforderung zur Diskussion. Vielleicht hat doch jemand dazu etwas zu sagen. Im übrigen wundert es mich, dass ein Bauchnabel solche Wellen schlagen kann, das ist doch ziemlich harmlos.

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Dienstag, 30. September 2014, 22:47

Interview

Gerlindes und mein Interview vom 23. Juli wird auf dem nächsten Update der Vereinsseite verlinkt sein. Mein Mitschnitt enthält den Origamiteil ohne die Musik (etwa 16 Minuten). Stefan meinte, das Update soll sogar heute geschehen.

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Sonntag, 26. Oktober 2014, 23:53

Animaco 2014

Kollege Harald und ich haben an diesem Wochenende Workshops auf der Animaco gegeben, d. i. die Anime- und Mangaconvention. Viel Kostümrauschen der Cosplayleute, manche recht freizügig, viele blitzende Pappwaffen, aber auch Batmankostüme und andere nichtjapanischen Ursprungs. Am Sonnabend Nachmittag und Sonntag Vormittag haben wir unsere beiden zweistündigen Faltworkshops veranstaltet. Für mich war es bereits das 5. Mal, alle zwei Jahre ab 2006. 2004 hat die Con angefangen, man feierte dieses Jahr den 10. Geburtstag. Man faltete Kraniche, Weihnachtsmänner, Fledermäuse (von Talo Kawasaki), Raben, Drachen, Pferde, also auch komplizierte Sachen. 14 und 12 Faltwütige kamen an den zwei Tagen, für Sonnabend etwas wenig, wahrscheinlich wegen des späten 16°° Termins. Ich hatte da schon über 25 Teilnehmerinnen bei etwas früherem Zeitpunkt. Für nur zwei Leiter ist das gute Dutzend aber völlig ausreichend, nach zwei Stunden ist man doch gestresst.

Heute kam ich zu spät zum Workshop, da leider die U-Bahn zusammengebrochen ist. Beim Warten auf einen Bus füllte sich die Haltestelle mit Cosplayleuten aus drei U-Bahnen, im Bus war es schön eng, eigentlich in zwei Bussen, da noch umgestiegen werden musste.

Und dann noch am Nachmittag der normale Stammtisch, jeweils am letzten Sonntag im Monat, soviel gefaltet habe ich schon lange nicht mehr an einem Tag.

rcb, animiert

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Montag, 27. Oktober 2014, 20:59

Es ist sehr gut, dass Du das alles machst und offenbar auch die noetigen Kontakte hast. Als ich Dich vor Jahren in Berlin in Deiner schoenen Wohnung besuchte habe, dachte ich, Du seist eine Art Stubengelehrter. So kann man sich taeuschen.

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Donnerstag, 30. Oktober 2014, 00:26

Hähä, Stubengelehrter. Die Con war in diesem Jahr der 6. Faltauftritt meinerseits, einer wird noch folgen. Da sie vor dem Einrichten dieser Rubrik stattfanden, können sie hier nicht stehen. Einer war bei der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, 20 Jahre Städtepartnerschaft Berlin-Tokio, zwei im Brandenburgischen, etwa Sommerfest der Linken in Zepernick. Der Johanniterbasar und das Zernickower Maulbeerfest gehen auch schon über 10 Jahre.

Aber ich rede von mir. Macht sonst jemand etwas?


Der Öffentlichkeitsarbeitercebe

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17

Samstag, 1. November 2014, 21:15

Ja, Rainer, der Alexander Kurth (Quiet Marverick) hat was gemacht. Und zwar SEHR gut. Er hat sich im "Falter" vorgestellt - ist doch auch ein oeffentlicher Auftritt, oder(?)- . Der interessante Text wird durch Fotos eigener toller Modelle und ein raffiniert verfremdetes Portrait ergaenzt. Dann folgt noch ein lesenswerter Artikel von ihm ueber das Nassfalten, besser Feucht-Falten, wie er zutreffend meint, vor dem immer noch manche Angst haben. Matthias Wiebelt aus Mainz und Bruno aus Darmstadt haben sich ebenfalls kurz vorgestellt.
Mir ist zwar klar, dass nicht jeder, der hier im Forum aktiv ist, gleichzeitig Mitgleid bei Origami Deutschand ist, aber die "Auftritte" der drei haben es verdient, dass man auf den Falter und damit OD aufmerksam macht.

18

Sonntag, 2. November 2014, 08:36

Ja, Volker, die 2 Haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Alle Achtung!!!!!!!!!!!!!

19

Sonntag, 2. November 2014, 14:10

Auch auf die Gefahr hin, einigen etwas auf die Füße zu treten: Von Seiten unseres Vereins ist erfahrungsgemäß aktuell leider nur sehr, sehr eingeschränkt mit Unterstützung für ernsthafte bzw. nachhaltige öffentliche Auftritte zu rechnen.

Das zentrale Dilemma liegt offenbar in der steuerrechtlichen Gemeinnützigkeit des Vereins und vor allem der daraus resultierenden Sicht- und Interpretationsweise der Verantwortlichen, was der Verein darf und was nicht, um seinen "e.V."-Status nicht zu verlieren.

Grundsätzlich ist es zunächst einmal erwiesenermaßen aktuell durchaus möglich, mit Origami-Projekten/Aufträgen/Auftritten (Verkauf von genuinen Kunstwerken oder kunsthandwerklichen Auftragsarbeiten, Dozenten- bzw. Seminartätigkeit, Showveranstaltungen, etc.) z.B. jeweils mittlere dreistellige Beträge zu erzielen. (Dies zur Orientierung.)

Eines der zentralen Probleme heutzutage ist leider schlichtweg: "Was nichts kostet, ist auch nichts wert!"

(Anmerkung: Im Folgenden lege ich den Fokus größtenteils auf Falten als Kunstform, da ich mich zur Zeit hiermit am meisten beschäftige. Andere Disziplinen wie Faltdesign oder didaktisches/pädagogisches/therapeutisches Falten mögen von denjenigen näher betrachtet werden, die mehr Erfahrung damit haben)

Es gehört natürlich etwas Mut, Selbstvertrauen und vllt. auch Schneid dazu, z.B. seine Werke in ordentlichen Galerien oder Ausstellungsräumen zu präsentieren. Aber das Ergebnis, infolgedessen tatsächlich realistische Kaufpreise zu erzielen - vor allem deutlich (!!!) mehr als "symbolische" 20€ oder 50€ für ein Werk, an dem man tagelang gearbeitet hat - entschädigt hierfür dann doch wieder.

Wir können also nich auf der einen Seite bestrebt sein, Origami nachhaltig vom leidigen wertlosen "Bastel-"Image wegzubekommen, auf der anderen Seite aber - etwas überspitzt formuliert - als öffentlichkeitswirksame Maßnahmen größtenteils doch wieder bloß "kostenlose Kinder- und Hausfrauenbespaßungen" durchzuführen. Natürlich ist das anfängerorientierte "Sternchen-Blümchen-Vögelchen" ein wichtiger Aspekt von Falten - vor allem, was die initiale Kontaktaufnahme mit neuen Interessenten angeht - aber jenseits davon gibt es noch so viel mehr, was vom Verein zur Zeit noch schlicht und einfach ignoriert oder ausgeblendet wird.

So wie ich es verstanden habe (Falls nicht: Bitte um Korrektur!), ist die Meinung des Vereins bzw. seines Vorstands, dass entsprechende weiterreichende Aktivitäten, wenn sie in Eigenregie von einzelnen Mitgliedern ausgehen, zwar durchaus gerngesehen sind und gutgeheißen werden. Es gibt aber keinerlei Initiativen von Seiten des Vereins, aktiv zu werden. Oder einfacher ausgedrückt: "Wenn wer was macht: Super! Wenn keiner was macht: Auch egal. Vllt. macht ja irgendwann mal irgendwer irgendwas - aber muss ja auch nicht sein..."

Aus meiner Sicht ein überraschend passiver und fast schon lethargischer Standpunkt für einen Verein, der sich doch explizit der FÖRDERUNG des Papierfaltens widmen will.

Sicherlich können wir nicht einfach so von jetzt auf gleich z.B. den Kunstmarkt "im Sturm erobern" oder die Kreativindustrie von unseren Design-Fähigkeiten begeistern oder auf Augenhöhe in den Diskurs mit akademischen Didaktik- oder Pädagogik-Fachleuten treten oder die Medienwirtschaft von unseren Show-Qualitäten überzeugen; dies ist leider wohl (vorläufig) etwas zu optimistisch gedacht.

Was wir aber mit dem Verein können, ist, gezielt und konzentriert Kontakte mit diesen und zahlreichen anderen Interessenten zu knüpfen, denn:
  • Wir HABEN in unseren Reihen Experten mit teilweise jahrzehntelanger Erfahrung in ihren jeweiligen Metiers.
  • Diese SIND in der Lage, hochqualifizierte Arbeiten zu liefern, wenn man sie anfragt.
  • Größtenteils WOLLEN diese ihre Fähigkeiten auch sinnvoll und nachhaltig einbringen.
Wenn nun aber jeder einzelne immer wieder erst aufs Neue sämtliche Kontakte herstellen muss, schreckt dies ab und verschwendet letztlich nur unnötig Ressourcen, da andere aus unserem Verein diese Arbeit bereits vorher in geeigneter Form geleistet haben. Durch die gezielte Verknüpfung können wir so (wie man auf Neu-Deutsch bzw. PR-Sprech so schön sagt) "Synergie-Effekte ausnutzen".

Exemplarisch könnte man zunächst einmal über Folgendes nachdenken:
Für den Bereich FaltKUNST wäre z.B. die Etablierung einer Reihe von Ansprechpartnern bzw. Kontaktpersonen in die Kunstszenen der deutschen Metropolregionen hilfreich: Vereinsmitglieder, die in Ballungsräumen wie Hamburg/Berlin/Köln/München/etc. wohnen und dort bereits Kontakte zu Galerien/Ausstellungsräumen/etc. haben, vermitteln diese an Vereinsmitglieder aus anderen Teilen Deutschlands. So müsste nicht jeder einzelne immer wieder überall bei Null mit Klinkenputzen anfangen sondern könnte auf ein (im Rahmen unserer Möglichkeiten) stetig ausbaubares Netzwerk zurückgreifen.

Also: Wie seht ihr dies? Sinnvoll? Machbar? Problematisch? Was seht ihr anders, wo stimmt ihr mir zu, was würdet ihr ergänzen?

gachepapier

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Sonntag, 2. November 2014, 16:07

Aus meiner Sicht (als Aussenbetrachter) sind Vereine wie OD und der MFPP wenig daran interessiert, Origami als Kunst zu fördern. Es geht anscheinend lediglich darum den eigenen Zuwachs zu unterstützen, Vereine entwickeln sich schnell zum Selbstzweck. Das ist keine Kritik an einzelne, die es gut meinen, sondern eine Feststellung, dass "Förderung von Origami", wie sie sich Vereine vornehmen, nicht deutlich definiert ist. In ähnliche Weise werden woanders "Sicherheit" (ich sitze immer noch im Flughafen :) ) oder "Gerechtigkeit", etc. anders gefördert werden, als der Grundgedanke es diktieren würde, teilweise weil eine solche abstrakte Zielsetzung immer an etwas gemessen wird, das schlecht mit dem eigentlichen Wunsch korrelliert. Und je grösser die unterstützende Struktur ist (sprich hier der Verein), desto grösser das Risiko ist, das das geschieht...

Mensch...

Aber vielleicht war es ja nie das eigentliche Ziel von OD, Origami als Kunstmedium zu fördern, ich habe keine Information dazu.
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Sonntag, 2. November 2014, 20:41

ueber die Frage, kann Origami Kunst sein und so, haben wir ja schonmal etwas diskutiert. Es koennte auch durchaus sein, Heiko, dass Deine Korrugationen Kunst sind (Vasarely, Albers, Peter Weber). Aber das meiste, was gefaltet wird, ist m.E. keine Kunst, so kunstvoll es auch sein mag. Das gilt aus meiner Sicht sogar fuer die bewundernswerten Tier- und Insektenfaltungen von Robert Lang. Aber Kunst oder nicht Kunst, ich verstehe durchaus, dass fuer die Sachen eines Robert Lang hohe Preise bezahlt werden und ich wuerde die auch bezahlen, wenn ich das Geld haette. Dass sich aber ein Verein in dieses kommerzielle Geschaeft haengt, kann ich mir nicht vorstellen und es ist auch - glaube ich - nicht seine Aufgabe. Wenn ICH in Eurer Riege mitturnen wuerde (Selbsterfinden, hoher Anspruch usw. Kunst, oder eher etwas ganz Neues!) wuerde ich mich VIELLEICHT unabhaengig von OD, in dem Ihr trotzdem Mitgied bleiben koenntet, zu einer Gruppe zusammenschliessen (ERFOLGREICHE Beispiele: Gruppe 47 -Schriftsteller-, Blauer Reiter, Zero, Fluxus usw.). Im uebrigen: Matthias Wiebelt, der jetzt Redakteur des Falter ist, hat ja wohl die Absicht, im naechsten Heft etwas ueber Peter Weber zu bringen. Das ist doch schon was.
Noch ein Gedanke: Es gibt nach meiner Beobachtung immer eine Spannung zwischen Zusammenschluessen und dem "Kuenstlern" eigenen Individualismus. Wenn man aufmerksam guckt, sieht man, dass einige Einzelkaempfer auch geschaeftlich sehr erfolgreich zu sein scheinen, z. B. Dominik Meissner, Andrea Dirks u.a.

ercebe

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22

Montag, 3. November 2014, 00:36

Wie man sich in die Nesseln setzen kann

Es stimmt, warigami, du trittst einigen auf die Füße: z. B. mir. Ich bin also jemand, der "kostenlos Kinder- und Hausfrauenbespaßung" durchführt. Das beleidigt nicht nur mich, das ginge ja noch, das entwertet vor allen Dingen mein Publikum, denn du sprichst ihm das originäre Interesse ab. Doch die Leute kommen freiwillig, setzen sich bis zu 2 Stunden hin, um ein paar Figuren zu falten.

Unterstützung des Vereins erhalte ich sehr wohl, nämlich in dem Verteilen der Anfragen. Das kann der Verein leisten, eine Verkaufshilfe kann der Verein nicht leisten, warum auch?

Ok, mit "Gemeinnützigkeit" und "e.V." kann man sich schon mal vertun, sie haben gar nichts miteinander zu schaffen.

Deine Mutmaßungen über den Vorstand sind grausam, sie disqualifizieren dich völlig. Und das nur, weil du keine Preisschildchen auf deine Sachen kleben darfst.

gachepapier, die Ziele des Vereins stehen in der Satzung, sie bestehen keineswegs darin, sich zu vergrößern.

Was ist die Lösung des Problems? Die Lösung ist die Berufung eines Kunstbeauftragten des Vorstands, der kann die vorgeschlagenen Maßnahmen in Angriff nehmen. Ich wüsste da auch schon einen Kandidaten…


ercebe

23

Montag, 3. November 2014, 04:10

Wenn ich mich richtig erinnere, wollte Eduard Meier schon mal eine zentrale Anlaufstelle für Origamikünstler schaffen. Meiner Meinung nach keine schlechte Idee, jedoch hat Eduard damals traditionsgemäß die Mütze voll bekommen.

Grundsätzlich scheitert die Idee, für sein Kunstwerk (wenn es denn eins ist) auch einen vernünftigen Preis zu erzielen meiner Meinung nach an drei Punkten:

1. Es gibt keine Origami Preisliste.
Klar könnte man jetzt sagen, dass man Kunst nicht pauschal bepreisen kann. Aber ehrlich gesagt: Man kann das. Die Leute könnten sich zusammensetzen und darübe diskutieren, was sie für einen angemessenen Stundenlohn für einen Origamiauftrag erachten. Und wenn man dann sagt (und vor allem niederschreibt), dass ein Origamikünstler in Deutschland einen Stundenlohn von 130 Euro bekommt, dann könnte sich jeder daran halten, ohne sich jedes mal im Detail einen Preis aus den Fingern zu saugen. Und wenn es einen Stundenlohn gibt, dann gibt es auch ohne Probleme den Preis für ein Modell. Denn wenn ich an einem Ancient Dragon 6 Stunden sitze, dann kostet das Teil 780 Euro, und das ohne Diskussionen.

2. Die lachhaften Vorestellungen der Interessierten.
Es kam schon vor, dass jemand 1000 Kraniche für 100 Euro erwerben wollte. Das könne man doch abends in seiner Faltgruppe "so nebenher" falten. Aktuell habe ich eine Anfrage gehabt, da wollte eine Dame Origamimodelle quasi sofort abholen. Keine Vorlaufzeit. Meine durchweg schlechten Erfahrungen mit potentiellen Auftraggebern haben mich dazu gebracht jede Anfrage unbeantwortet zu lassen. Von dieser Dame wurde ich dann angerufen. Ähnlich wie bei allen Marketingagenturen war das mit dem Origami dann wohl eine spontane Idee, die dann auch sofort umgesetzt werden müsste, Zeitfenster: 2 Tage. Auch hier würde eine zentrale Anlaufstelle der erste Wellenbrecher sein. Alles muss immer sofort sein und darf nichts kosten. Ist ja nur ein Hobbie dieses Basteln mit Papier. Eine Vermittlungsagentur würde der ganzen Sache auch eine gewisse Pofessionalität verleihen, und hängt mich jetzt nicht an dem Wort "Agentur" auf.

3. Die Scham der Falter
Damit meine ich, dass viele Falter sich scheuen, etwas für ihr Modell zu verlangen, und wenn dann wissen sie eh nicht wieviel. Es wird sich herangetastet... sind 50 Euro ok? Oder lieber nur 40?. Aber warum eigentlich? Würde ein Maler sein Bild umsonst hergeben, nur weil er Spaß hatte es zu malen? Würde ein Fliesenleger die Fliesen umsonst verlegen, weil er Freude an seinem Job hat? Und auch hier würde eine zentrale Preisliste die Rückendeckung geben. Jemand fragt dich an, du schätzt ab, wie lange Du für den Hasen brauchst, und Du beziehst Dich dann auf die allgemeinen Origamipreise, nachzulesen auf www.ichbindochkeindepp.de. Faltzeit = 30 Minuten = 65 Euro, so einfach ist das.

gachepapier

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24

Montag, 3. November 2014, 05:53

gachepapier, die Ziele des Vereins stehen in der Satzung, sie bestehen keineswegs darin, sich zu vergrößern.


Es heisst (von mir hier kurzgefasst, hoffentlich nicht reduzierend), es soll Origami popularisiert werden - das wird wahrscheinlich leichter an Teilnehmer- oder Anhängerzahlen gemessen, als an den durchschnittlichen qualitativen Fähigkeiten der Interessierten. Es mag ja auch recht sein, ich kann mir aber vorstellen, dass mancheiner mehr erwartet, zurecht oder nicht...
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akugami

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25

Montag, 3. November 2014, 09:07

mich dünkt, die eingangs beschriebene thematik gleitet ein wenig ab.
das thema kunstförderung und -repräsentation im verein scheint mir - der ich übrigens kein mitglied mehr bin - doch ein punkt, welcher in der mitgliederversammlung diskutiert werden sollte. die bisweilen auch entspannte atmosphäre eines jahrestreffens könnte dabei ihren beitrag dazu leisten, eventuell auftretende mißverständnisse in persönlichen gesprächen außerhalb der versammlung auszuräumen ...
die berufung eines kunstbeauftragten, wie rainer es in einem seiner vorstehenden kommentare vorgeschlagen hat, ist nach meiner einschätzung ein interessanter ansatz.
ich glaube übrigens nicht, daß "warigami" die wichtige arbeit von z.b. rainer caspari mit seinen ausführungen in den schmutz ziehen wollte.
ich selbst würde dem besuch eines kostenintensiven workshops, in dem ebenfalls "nur vögel, päckchen und zierrat" gefaltet würden. jederzeit den kostenfreien vorziehen. am rande eines wie auch immer gearteten faltangebotes und insbesondere in thematischen ausstellungen würde ich mir jedoch immer auch die präsentation höherwertiger (eigen)kreationen wünschen - evtl. ergänzt um den hinweis, daß es abseits der bzw. hinter den traditionellen formen auch origami gibt, welches durchaus der definition "kunstwerk" gerecht wird.
um noch mal auf rainers workshops zurückzukommen - ich ziehe meinen hut vor deinem enthusiasmus und deiner geduld!

26

Montag, 3. November 2014, 11:49

Warigami, was Du schreibst, ist abschätzig im Ton und maßlos beleidigend ( " kostenlose Kinder- und Hausfrauenbespassung").

Die Aufgabe des Vereins ist, die Verbreitung des Origami zu fördern, nicht die kommerzielle Verbreitung und die Sicherung eines Preisniveaus. Beklag Dich also nicht darüber, dass Deine Ziele nicht gefördert werden de . Es steht Dir doch völlig frei, einen Origami-Kunstverein zu gründen und darin all das zu tun, was Du dem Verein als Unterlassung vorwirfst.

Ich möchte auch gern darauf hinweisen, dass diejenigen, die die Arbeit im Verein leisten, das freiwillig in ihrer Freizeit tun. Dafür haben sie Anerkennung und Respekt verdient, nicht diese Unterstellungen und Beschimpfung. Bisher habe ich nicht erlebt (und ich bin schon einige Jahre im Verein), dass konstruktive Kritik bzw. konstruktive Vorschläge nicht willkommen sind.

27

Montag, 3. November 2014, 12:53

Ok, mal wieder ordentlich Gegenwind - aber auf jeden Fall wird diskutiert, und das ist immer gut, weil so Veränderungen und Lösungen gefunden werden können...

@gachepapier:
Tatsächlich ist die Förderung von Origami als Kunst sogar eines der satzungsgemäß festgelegten Kernthemen des Vereins! Weiterhin entwickeln sich Vereine nicht zum Selbstzweck, sie werden bereits explizit für einen solchen gegründet: Sportvereine, um gemeinsam Sport zu treiben und kommunale Sportstätten nutzen zu können; Kleingartenvereine, um gemeinsam eine Kleingartenkolonie zu nutzen und zu bewirtschaften oder eben Origamivereine, um gemeinsam zu falten und das Gefaltete öffentlich zu präsentieren. Die Förderung von Falten als Kunstform sollte daher auf jeden Fall eine Rolle spielen bei Vereinsaktivitäten.


@voker:
Das Traurige/Schöne/Verrückte (ich weiß im Moment selber noch nicht so recht, wie ich es einordnen soll ;) ) an zeigenössischer Kunst ist, dass erst einmal grundsätzlich ALLES von einem anerkannten genauso wie von einem selbsternannten Künstler als Kunst "definiert" werden kann: Ob es dann in der Folge vom Publikum auch als Kunst anerkannt wird, steht auf einem anderen Blatt. Meine bisherige persönliche Erfahrung: Gerahmte Korrugationen und Tessellationen WERDEN als Kunst anerkannt und gekauft. Von R. Lang, B. Chan, J. Cooper, etc. wissen wir ebenfalls, dass ihre jeweiligen Werke Interessenten - und damit eben auch Käufer - finden.

Eine Ausgliederung aus unserem Verein möchte ich wenn möglich gerne vermeiden, da so schnell der Eindruck entstehen könnte, die Beteiligten wollten sich (Achtung, Ironie! ;) ) vom "gemeinen Pöbel" abheben.

Auf den Bericht über Peter Weber freue ich mich ebenfalls bereits.

Ob ein gemeinsamer Auftritt oder eine Zusammenarbeit von Künstlern immer von individuellen Befindlichkeiten der Teilnehmer negativ beeinflusst wird, weiß ich nicht. Bei den Projekten und Ausstellungen, an denen ich bisher gemeinsam mit einzelnen oder mehreren Künstlern und Kulturschaffenden beteiligt war, hatte ich jedenfalls den Eindruck, dass es eher zu den berühmt-berüchtigten "Synergie-Effekten" gekommen ist als zu problematischen Spannungen innerhalb der Gruppe. (Das können allerdings auch glückliche Ausnahmen gewesen sein und den schwierigen Zeitgenossen werde ich erst noch begegnen...) Von vornherein als Einzelkämpfer aufzutreten halte ich aktuell jedenfalls für problematischer, da sich in einer Gruppe am Ende Interessen eben doch für den jeweils einzelnen ressourcenschonender umsetzen lassen. Bei Autoren wie den beiden von dir genannten Beispielen mag dies natürlich wieder ganz anders aussehen, aber deutschsprachige Faltbücher sind sowieso aus meiner Sicht ein weites und diskussionsbedürftiges Thema, das ich an dieser Stelle gerne außen vor lassen möchte.


@ercebe:
Die (von mir bewusst provokant so bezeichnete) "Kinder- und Hausfrauenbespaßung" kenne ich aus eigener Erfahrung, und wenn gewünscht oder erforderlich beteilige ich mich hieran ebenfalls gerne. Ich will diese Form der anfängerfreundlichen Präsentation auch in keiner Form einschränken. Im Gegenteil, dies stellt (wie bereits geschrieben) eine hervorragende Möglichkeit dar, Menschen, die bisher noch keinen Kontakt damit hatten, fürs Falten zu begeistern.

Genauso weiß ich, dass viele Falter, egal ob Vereinsmitglied oder nicht, voll und ganz zufrieden sind, einfache Modelle zu falten. Mnache werden "ihr ganze Falterkarriere lang" keine Modelle falten, die komplexer sind als z.B. der traditionelle Kranich. Das ist vollkommen in Ordnung! Ich will niemandem etwas aufzwingen!

Zur Frage der Unterscheidung zwischen "Aufgaben verteilen" und "Verkaufshilfen organisieren" zitiere ich aus der Satzung:

Zitat

§ 2 Vereinszweck
(1)
ORIGAMI DEUTSCHLAND verfolgt den Zweck der Volksbildung durch Vermittlung von Kenntnissen
über die Kunst des Papierfaltens im pädagogischen, künstlerischen, therapeutischen und
mathematischen Bereich.
Dazu gehören insbesondere:
* Organisation von Ausstellungen und Seminaren
[...]
Mit anderen Worten: Der Verein hat explizit als Ziel, Ausstellungen durchzuführen. Wenn in diesen Ausstellungen entsprechende zum Verkauf stehende Arbeiten präsentiert werden, soll hierauf auch in geeigneter Form hingewiesen werden.

Zu "Gemeinnützigkeit" und "e.V."

Im BGB steht in §21:

Zitat

§ 21 Nicht wirtschaftlicher Verein
Ein Verein, dessen Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist, erlangt Rechtsfähigkeit durch Eintragung in das Vereinsregister des zuständigen Amtsgerichts.

Unsere Satzung besagt in §2 Abs. 2:

Zitat

(2)
Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts
„Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabeordnung (AO 1977). Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt
nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
D.h. weil wir uns der Gemeinnützigkeit verschrieben haben, werden wir als e.V. anerkannt, wodurch wir nunmal mit der satzungsgemäßen Vereinsgründung und amtsgerichtlichen Eintragung von einem "wilden Haufen Gleichinteressierter" zu einem - ja, eben einem eingetragenen Verein wurden.

Bevor jetzt übrigens ein paar ganz findige Köpfe daraus eine unmittelbare "Gemeinnützigkeit heißt: Es darf unter KEINEN Umständen etwas verkauft werden!"-Schlussfolgerung ziehen:

Abgabenordnung (1977) $52 Abs. 1 sowie Abs. 2 Punkt 5 besagt:

Zitat

§ 52 Gemeinnützige Zwecke
(1) Eine Körperschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Eine Förderung der Allgemeinheit ist nicht gegeben, wenn der Kreis der Personen, dem die Förderung zugute kommt, fest abgeschlossen ist, zum Beispiel Zugehörigkeit zu einer Familie oder zur Belegschaft eines Unternehmens, oder infolge seiner Abgrenzung, insbesondere nach räumlichen oder beruflichen Merkmalen, dauernd nur klein sein kann. Eine Förderung der Allgemeinheit liegt nicht allein deswegen vor, weil eine Körperschaft ihre Mittel einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zuführt.
(2) Unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 sind als Förderung der Allgemeinheit anzuerkennen:
[...]
5.
die Förderung von Kunst und Kultur;
[...]
Der Verein darf also in der Tat NICHT selber etwas verkaufen (klassisches Beispiel: Papierverkauf) bzw. zumindest nicht gewinnorientiert (Verkauf zum Selbstkostenpreis wäre ggf. möglich aber mit deutlichem buchhalterischen Aufwand verbunden und daher nicht interessant).

Was der Verein jedoch DARF, ist Künstlern und Kulturschaffenden eine geeignete Förderung bzw. Unterstützung zukommen zu lassen!

Die "grausamen Mutmaßungen über den Vorstand" sind weiterhin keine Mutmaßungen sondern Zusammenfassungen eines aktuelllen Schriftverkehrs zwischen mir und einem Vorstandsmitglied, welches weiterhin diesbezüglich in Rücksprache mit den übrigen Vorstandsmitgliedern steht. Wenn mich dies tatsächlich disqualifiziert, bitte ich um eine Erläuterung, wie ich stattdessen zu der aktuell stattfindenden Diskussion qualifizierte Beiträge liefern kann...

Ob ein "Kunstbeauftragter" tatsächlich die Lösung des Problems ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Dein Kandidatenvorschlag würde mich aber interessieren. Mir fallen spontan sogar drei Kandidaten ein, von denen ich aber nicht weiß, ob sie diese (zusätzliche) Aufgabe übernehmen würden.


@Christian:
Danke für die konstruktiven und hilfreichen Beiträge!

(An dieser Stelle ein kurzer Einschub: Ich hatte vor einiger Zeit beim Vorstand und bei unserer Archivarin angefragt, ob es so etwas wie eine öffentliche oder wenigstens interne Chronik des Vereins gibt, in der z.B. ebensolche Bemühungen, egal ob am Ende erfolgreich oder nicht, festgehalten werden: Nichts, GAR NICHTS. Dabei wäre es sehr hilfreich, auf solche Informationen zugreifen zu können, um bereits vorhandene Ideen aufzugreifen oder auch in der Vergangenheit gemachte Fehler zu vermeiden. Daher nochmal danke für den Hinweis, dass es ähnliche Bestrebungen bereits gab und diese nicht etabliert werden konnten.)

Zu 1.
Eben WEIL es keine Referenz gibt, welche gefalteten Arbeiten "Kunst sind" und welche nicht und vor allem, welchen Preis Käufer ggf. zu zahlen bereit sind, sollten wir direkt auf den Markt zugehen. Bisherige, leider noch nicht allgemein repräsentative Erfahung: Falten ist Kunst, wenn es angemessen präsentiert wird. Aber wir stehen diesbezüglich erst ganz am Anfang. Ob wir am Ende bei so etwas Konkretem wie einer verlässlichen Preisliste landen, kann ich überhaupt nicht sagen, ein interessanter Gedanke ist es aber auf jeden Fall.

Zu 2.
Das Beispiel höre ich in der Tat immer wieder. Erstaunlicherweise hatte ich persönlich solche Anfragen bisher noch nicht. Ich befürchte fast, dass die seltsamen und unverschämten Anfragen bei mir erst noch kommen werden. Evtl. hilft es aber auch, die angebotenen Leistungen von vornherein als Kunst oder Kunsthandwerk zu deklarieren, um beim Interessenten gar nicht erst die Vorstellung aufkommen zu lassen, es handele sich um simple Bastelei. Eine konkrete Agentur würde ich an zweiter Stelle setzen, nachdem überhaupt erst einmal ein funktionierendes Netzwerk von professionellen Faltern aufgebaut worden ist und feststeht, ob - und vor allem in welchem Umfang - dies sinnvoll ist.

Zu 3.
Ein sehr wichtiger Aspekt! Auch wenn konkrete Stundenlöhne Falten evtl. etwas von der Kunst entfremden könnten und es näher Richtung Dienstleistung oder auch Handwerk rücken, ist eine solche Herangehensweise vor allem für Neulinge, die sich erstmalig am professionellen Falten versuchen, hilfreich und sinnvoll.

Was wir bei aller Begeisterung aber auch nicht vergessen sollten: Wir "produzieren" nichts Lebensnotwendiges, wir erschaffen (bis auf entsprechende Ausnahmen in angewandter Forschung und Technik) Kultur. Die Interessenten kaufen z.B. Kunstwerke, weil sie es KÖNNEN oder WOLLEN, aber nicht, weil sie es MÜSSEN.

Kunst macht das Leben vielfach schöner/interessanter/"lebenswerter", aber eine Notwendigkeit ist es nicht. Ich nehme bei "Preisverhandlungen" manchmal das Beispiel eines professionellen (Sport-)Trainers zur Hand: Ein qualifizierter Yogalehrer verlangt im Durchschnitt pro persönlicher Unterrichtsstunde Honorare im oberen zweistelligen Bereich (Skala nach oben natürlich offen). Selbstverständlich MUSS NIEMAND Yoga praktizieren - aber zahlreiche Menschen schätzen es z.B. als wertvollen Ausgleich zum stressigen Alltag. Kaum jemand würde nun aber ernsthaft auf die Idee kommen, hier zu verhandeln: "Ach, kommen sie, 80€/Std. sind doch viel zu viel, 20€ reicht doch, sie sitzen doch eh bloß die meiste Zeit vor mir und verknoten ihre Arme..."
Den Hinweis, Feilscher und Verhandler einfach abzuweisen, kann ich voll bestätigen. Wer ein entsprechendes Werk erwerben oder eine Leistung in Anspruch nehmen will, bezahlt eben den festgesetzten Preis - oder sich etwas anderes suchen, das eher seinen Preisvorstellungen entspricht.


@akugami:
Das Abgleiten von Themen hier im Forum entwickelt sich mittlerweile eher zur Regel als zur Ausnahme - was aber wiederum auch eine sehr produktive und kreative Diskussionsatmosphäre schafft. Wenn es doch zu chaotisch werden sollte, kann die Administration ja immer noch einschreiten.

Das Thema ist nach Angaben des Vorstands bereits für die kommende Mitgliederversammlung gesetzt. In der Zwischenzeit können aber ja zumindest unverbindlich Ideen gesammelt und Meinungen eingeholt werden.

Speziell an dich hätte ich abschließend auch noch eine Gretchenfrage: Angenommen, es hätte bereits so etwas wie eine professionelle oder wenigstens semiprofessionelle "Kunstsparte" bei Origami Deutschland gegeben, die sich z.B. der gezielten Präsentation von Faltarbeiten jenseits von Bascettastern und Flattervogel annimmt - wärst du dann im Verein geblieben? (Antwort ggf. auch per PN)


@warenka:
Ich hatte schon an mehren Stellen angeführt, dass ich öffentliches anfängerfreundliches Falten auf keinen Fall verhindern oder abwerten will. Die Wortwahl ist bewusst provokant, um einen Kontrast zu dem zu erzeugen, was aktuell vom Verein trotz satzungsgemäßen Zielen NICHT veranstaltet wird.

Ein Origami-Kunstverein würde unnötige Distanz zwischen professionellen und freizeitlichen Faltern schaffen und einen Übergang vom einen zum anderen unnötig erschweren. Dies ist weder notwendig noch wünschenswert. Auch auf die Gefahr hin, etwas aus dem Nähkästchen zu plausern: Ironischerweise denke ich gerade an semiprofessionelle Falter wie DICH (und ja, mit deinem Kursangebot BIST du semiprofessionell), wenn ich die Zusammenarbeit zwischen freizeitlichen, semiprofessionellen und professionellen Faltern in EINEM Verein vorschlage.

Weiterhin weise ICH darauf hin, dass ich niemandes ehrenamtlichen Einsatz schlechtrede. Worauf ich allerdings hinweise, ist, dass es - auch im Rahmen unserer Möglichkeiten und mit nach wie vor überschaubarem Einsatz - besser geht. Bislang gab es keine Unterstellungen und Beschimpfungen. Ich würde mich freuen, wenn es auch im weiteren Verlauf der Diskussion nicht dazu kommt!

akugami

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28

Montag, 3. November 2014, 13:46

nein, mein austritt hat mit der kunst- und vermarktungsdiskussion nichts zu tun - ich möchte diesen aber auch nicht zum gegenstand einer diskussion machen.

29

Montag, 3. November 2014, 15:59

Ich bin einverstanden mit einer Diskussion. Doch in meinem Verständnis sollte sie in einem anderen Ton geführt werden. Ich bezweifle auch, dass sich ein konstruktiver Weg für eine Problemlösung finden lässt, wenn es zuvor zu Beleidigungen gekommen ist.

Zum Inhalt: Auch wenn in der Satzung etwas von "künstlerisch" steht, heißt das noch nicht, dass sich ein Verein wie dieser für "Kunstwerke" oder einzelne Künstler stark machen kann. Damit muss ein Verein wie dieser zwangsläufig überfordert sein. Man kann auf Künstler in unseren Reihen bzw. deren Kunst hinweisen, aber für Publizität und Vermarktung muss der Künstler selbst sorgen. Ich meine auch, Kunst gehört in eine Galerie und bedarf auch professioneller Kritiker. Wer soll denn im Verein entscheiden, was Kunst ist, was nur Dekoratives oder Schönes, wer oder was gefördert werden soll und wer oder was nicht?

Ich denke, es ist die einsame und vielleicht auch schmerzliche Aufgabe des Künstlers selbst, den Weg in den anerkannten Kunsthandel zu finden. Und ich wünsche Dir für Deine von mir durchaus geschätzte Kunst (das weißt Du auch) alle erdenkliche Anerkennung.

volker

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30

Mittwoch, 12. November 2014, 20:39

Die Wortschoepfung "Hausfrauenbespassung" (hast Du das Wort erfunden, Heiko?) hat mir so gut gefallen, dass ich den letzten oeffentlichen Auftritt unseres germersheimer Grueppchens unter dieser Ueberschrift hier kurz erwaehnen moechte:
Also am letzten Freitag haben wir von 19:00 bis 23:30 Uhr Hausfrauen bespasst und Kinder belustigt, fuer Gotteslohn. Es hat denen und uns Spass gemacht.
In Germersheim findet seit 15(?) Jahren am ersten Freitag im November die sog. Kultur- und Musemsnacht statt. Wir waren von Anfang an dabei. Die Stadt, die oertlichen Vereine und der Fachbereich Kultur- und Translationswissenschaft der Johannes- Gutenberg- Uni Mainz, der hier angesiedelt ist, ja, da koennt Ihr ruhig staunen, legen sich da maechtig ins Zeug und die repraesentativen Festungsbauten werden kuenstlich und kuenstlerisch illuminiert. Wir waren unser fuenf und haben im repraesentativsten der Festungsbauten, im Weissenburger Tor, in einem grossen, gut beleuchteten Raum gefaltet. Es gab regen Zuspruch.
Die Germersheimer Gruppe ist ziemlich klein und der harte Kern umfasst lediglich etwa sechs Personen: Eine ehemalige Lehrerin kommt sommers wie winters von Landau mit dem PKW hierher und bringt eine Erzieherin mit, ein auf mehreren Gebieten ehrenamtlich aktives Lehrerehepaar, er Mathelehrer am hiesigen Gymi, aus Germersheim (Presbyterium, Kinderschutzbund, Paddelclub usw.) uebernimmt dankenswerterweise mehr und mehr die Fuehrung von mir altem Knacker, eine Dame aus einem Nachbarort, "die auf dem Schachtelniveau stehen geblieben ist ", (uncharmanter und unzutreffender Schmaeh der Erzieherin) und ich. Wir haben alle ziemlich wenig Ehrgeiz und falten aus Spass an der Freud. Wenn viele kommen sind wir 10.
Vielleicht gelingt es, dass unser Kraenzchen, das sich an jedem ersten Dienstag im Monat trifft, es schafft, im "falter" unter regfionale Treffen aufgenommen zu werden. Mein erster Anlauf ist irgendwo stecken geblieben; der Schuss war aber aus dem Rohr.[size=12][/size]