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Bug

regelmäßiger Gast

  • »Bug« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 104

Registrierungsdatum: 1. Dezember 2013

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1

Freitag, 27. Juni 2014, 20:33

eigenes Papier herstellen?

Hallo :winke:

Ich würde gerne versuchen,eigenes (möglichst) dünnes Papier zu machen.
Wie macht man (aus was für Materialien) den besten Papierfaserbrei ?
Das letzte Papier,das ich gemacht hab,war dick wie Karton X(
Hat jemand Erfahrung ?

Bug

2

Freitag, 27. Juni 2014, 21:42

Eigene Erfahrungen nicht, aber - falls du nicht eh schon dort nachgeschaut hast - den Rat, mal einen Blick auf die Methoden und Zutatenlisten der Profis zu werfen:

http://origamido.com/what-we-do/origamid…making-workshop

"Our stock of high quality plant fiber includes: premium abaca, hemp, kozo, gampi, flax, cotton linters or rag, and others."

Intuitiv würde ich vermuten, dass an langfaserigen Materialien hier bei uns Flachs und Hanf am einfachsten zu bekommen sind.

Bei der Herstellung selber ist wohl ein möglichst fasernschonender Auflösungsprozess angebracht (wenig mechanische Bearbeitung, eher thermisch? oder chemisch?) sowie eine ausreichende Verdünnung der Pulpe, um nicht gleich beim ersten Schöpfen alle Fasern auf dem Sieb zu haben.

Halt uns auf jeden Fall auf dem Laufenden, was deine Experimente angeht! 8o

3

Samstag, 28. Juni 2014, 19:04

Ich wollte so gerne mal eigenes Papier herstellen. Ich habe einen sehr großen Keller den ich eigentlich für so gar nichts verwende außer Sachen drin zu lagern. Aber irgendwie habe ich nie die Muse gehabt um das durchzusetzen. Es wäre also toll, wenn das hier im Forum einer machen würde.

4

Sonntag, 29. Juni 2014, 12:39

Das Papier, das ich seit Jahren schöpfe, entspricht zwar nicht deinem Wunschpapier, Bug - trotzdem gibt es einige grundsätzliche Erfahrungen, die allgemein gültig sein mögen.

Mein Papier ist zwar stabil, aber zum Falten zu weich und zu voluminös. Ich verwende es als Überzugspapier und für Schreibkarten (mit Einlageblatt). Mein Papier enthält dazu oft als Dekoelemente Blütenblätter. Neutrale Karten verziere ich auch mit Prägungen mit Motiven, wie sie von den Anisbrötchen her bekannt sind (die Idee dazu entstand tatsächlich vor Jahren beim Plätzchenbacken ...)

- Das Ausgangsmaterial ist ein wichtiger Teil: Langfaseriges Material lässt sich dünn schöpfen und ist dann trotzdem noch stabil. Hanf, Flachs und Baumwolle sind da gute Tipps, jedoch gibts da einen Haken: Um aus Pflanzen ein dünnes Papier zu schöpfen, braucht es einen Holländer, d[size=10]as ist ein Fasermahlwerk, das die Holzhämmer, wie man sie manchmal in Papiermühlen noch sieht, abgelöst hat. Das Ziel ist, die Zellulose aufzuschliessen, ohne die Fasern zu zerstören.[/size]
Alternativ dazu, im Küchenformat sozusagen, lassen sich Fasern (auch Brennesselstiele eignen sich recht gut) mittels Holzhammer auf einem Holzbrett schlagen. Allerdings ist diese Methode sehr, sehr Zeitintensiv.

Es kommt drauf an, was dich am meisten reizt: allenfalls kannst du auch mit einem 'Halbprodukt' anfangen. Ich selber habe als Grundmaterial Zellulose- und Baumwolltafeln (sieht aus wie dickes Löschpapier, aus der Papierindustrie).
Du kannst dafür durchaus auch Papier verwenden, das dir irgendwo begegnet und du angenehm findest (Papiertragtaschen, Schreibpapier etc).
Beim Aufbereiten der Pulpe ist es wichtig, die Fasern zuerst grob zu zerkleinern und dann lange im Wasser einzuweichen. Um dann die Fasern voneinander zu trennen, benutz nicht den Küchenmixer, denn du zerstörst damit beides: den Mixer und das Material[size=10] [/size]:)[size=10] [/size]
[size=10]Ich benutze das Malerfarbe-Rührwerk, das man auf eine Bohrmaschine montieren kann, was allerdings von der Menge her mindestens einen 10l-Kübel erfordert.[/size]
[size=10]
[/size]
[size=10]- Der nächste absolut wichtige Punkt ist das Pressen des Pauschtes. Dazu reicht der Druck einer Schraubzwinge nicht aus. Ich habe dazu die Möglichkeit, den Druck eines Auto-Wagenhebers einzusetzen. [/size]
[size=10]
[/size]
[size=10]- Ich hänge danach mein Papier direkt mit dem Abgautschtuch auf und löse es erst nach dem Trocknen, so gibt es kaum Ausschuss. [/size]

[size=8]Das Verfahren ist sehr, sehr einfach, die Nuancen jedoch unendlich und die persönliche Erfahrung alles. Deshalb kann es gut sein, dass du von anderer Seite ganz andere Tipps bekommst.[/size]
[size=8]
[/size]
[size=8]Mal soviel.[/size]

Bug

regelmäßiger Gast

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Beiträge: 104

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5

Montag, 30. Juni 2014, 19:06

Hallo Blattwerk,Hallo Warigami

Danke für die vielen ausführlichen Tipps.
Ich muss mir erstmal einen Rahmen anschaffen,bzw. basteln, mit dem ich das Papier schöpfen kann. Ein Holländer ist zu teuer, meine Idee mit dem Pürierstab war wohl eine miese Idee, also sollte es der Holzhammer auch tun ^^
Ich wills erst ganz klein versuchen. Kann man Baumwoll-Watte benutzen ? Ansonsten versuch ich es mit Brennnesseln, die habe ich im Garten.

Bug

6

Montag, 30. Juni 2014, 20:07

Mit Watte kann ich mir das nicht vorstellen. Zum Anfangen ist aufbereitete Zellulose, ev. gemischt mit selber gesammelten Pflanzenfasern ziemlich erfolgversprechend.
Zum Holländern lohnt es sich, Augen und Ohren offen zu halten. Wer einen hat, holländert manchmal auch im Auftrag.

volker

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Wohnort: 76726 Germersheim am Rhein

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7

Dienstag, 1. Juli 2014, 23:42

Mensch, Christiane (Blattwerk), da kriegt man ja richtig Lust das auszuprobieren. SEHR interessant[size=12][/size]

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