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Raphael

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  • »Raphael« ist der Autor dieses Themas

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1

Mittwoch, 8. Juni 2016, 21:43

Die gefaltete Welt des Erwin Hapke

Ich fand diesen Artikel bzw. Bilderserie sehr interessant und berührend und dachte, dass er vielleicht auch für euch interessant ist:
http://www1.wdr.de/kultur/kunst/geheimes…-hapke-100.html

miasusannah

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2

Mittwoch, 8. Juni 2016, 21:58

Das ist völlig skurril, absolut faszinierend und unendlich traurig.
Danke fürs Teilen, das bewegt mich gerade sehr.

volker

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3

Mittwoch, 8. Juni 2016, 22:48

Danke, Raphael.

Nicole

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4

Donnerstag, 9. Juni 2016, 08:21

Hab es heute morgen von Krautreporter empfohlen bekommen.

Ich finde das wunderbar, nicht zuletzt auch für die Wahrnehmung des Origami als echte Form künstlerischen Ausdrucks.

Scheinbar haben sie aber noch Probleme mit der Deutung, wie der Kommentar zu einer Figur (Foto 15) auf dem Dachboden nahelegt. Schade, dass wir ihn selbst nicht mehr dazu fragen können. Ich hätte ihn gerne besucht und interviewt. Also ich sehe da drei aufeinander hockende Menschen, die sich selbst auf's Knie starren.

Und ihr?

Nicole

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5

Donnerstag, 9. Juni 2016, 08:30

Lest unbedingt auch das Interview mit seinem Neffen! :)

semea

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6

Donnerstag, 9. Juni 2016, 09:57

wie viele Stunden hat der dem sein Tag?

7

Donnerstag, 9. Juni 2016, 22:15

Gibt es bereits irgendwelche Informationen, ob jemand aus unserer "Runde" an der wissenschaftlichn Aufarbeitung beteiligt ist/sein wird?

Bei allem Respekt und aller Pietät finde ich die Begebenheit als solche nämlich ungemein faszinierend, weil sich hier die einmalige Möglichkeit ergibt, eine jahrzehntelange falterische Entwicklung zu studieren, die sich mehr oder weniger unberührt von der (inter)nationalen Faltergemeinde aufgebaut hat.

Was mir auf den ersten Blick ins Auge fiel: Allein schon wenn man die Figuren und die Diagramme, die Hapke dazu gezeichnet hat, betrachtet, lässt sich meiner Meinung nach so etwas wie eine Evolution seines falterischen Schaffens erkennen. (Meine erste, spontane Vermutung: Ich denke, seine im Bericht genannte Tätigkeit als Genetiker hat dies (bewusst oder unbewusst) bedingt?)

Ich werfe daher mal ganz kühn eine These in den virtuellen Raum: Haben wir es hier mit dem Äquivalent dessen zu tun, was in der Evolutionstheorie die Entdeckung der Galapagos-Finken war? ?( :D

Was meint ihr?

8

Donnerstag, 9. Juni 2016, 22:27

Vielleicht sollte man seine Werke aus Respekt vor dem Künstler mit einem Kanister Benzin und einem Feuerzeug feiern? Offensichtlich wollte er die Stücke nicht mit der Öffentlichkeit teilen, sonst hätte er es sicher getan. Viel interessanter wäre für mich, wie es dazu kam, dass er sein 1970 keine Arbeit mehr gefunden (gesucht?) hat. Sein Origami ist nur ein trauriger Ausdruck eines einsamen Menschen :(

Eme

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9

Freitag, 10. Juni 2016, 09:39

Ja, da liegen Genie und Wahnsinn nahe beieinander. Ich denke, der Neffe hat einen realistischen Blick. Weniger sensible Menschen hätten gleich die Müllabfuhr bestellt.
Elke

Nicole

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10

Freitag, 10. Juni 2016, 16:34

Ich sehe das ein bisschen anders Christian.

Dieser Mann hatte eine Beschäftigung gefunden, der er mit wissenschaftlichem Ernst nachgegangen ist.
Dass er als Biologe vielleicht mehr erreicht und mehr soziale Kontakte gehabt hätte, mag sein.
Traurig auch, dass er in der Gesellschaft zu Lebzeiten keine Wahrnehmung und Anerkennung gefunden hat.
Das macht seine Bemühungen umso besonderer. Offenbar war er sich selbst genug, um diese Arbeit zu verfolgen.

Ich denke darüber hinaus, die meisten Menschen bleiben in ihrem Tun ein Leben lang unter ihren Möglichkeiten.
Insofern kann einen fast jedes Leben bei genauerer Betrachtung traurig oder heiter stimmen.

Er hat es jedenfalls geschafft, mit dem was er hinterlassen hat, seine Umwelt zu überraschen.
Seine Figuren zeigen zahlreiche soziale Situationen.
Er hatte was zu sagen und wollte auch, dass man es so vorfindet.
Sonst hätte er sich nicht so museal eingerichtet.

semea

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11

Freitag, 10. Juni 2016, 21:49

Ich bin begeistert und habe dafür volles Verständnis. Ich bin sogar etwas neidisch wenn jemand so lebt wie er will und damit keinem auf die Nerven geht.
Und warum hat er einen Museums Shop eingebaut wenn er es niemanden zeigen wollte. ? . ? Vielleicht wollte er es nur zu Perfekt machen und ist daher nie fertig geworden. Ich bin froh in Deutschland zu leben wo auch solche Menschen frei Ihren Spleen ausleben können.

miasusannah

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12

Freitag, 10. Juni 2016, 22:26

In einem Artikel über das Thema "Trost finden" in der aktuellen Ausgabe von der FLOW steht (ich zitiere):

"Kunst bietet Trost.Auch weil sie zeigt, dass Menschen nicht nur Krieg führen- sondern auch wundervolle Werke schaffen können."

Das ist ein Aspekt dieser Sache.

Kunst muss nicht immer für den Betrachter geschaffen sein. Es kann auch eine Aussage sein, die in ihr steckt. Hier kann man viel lernen. Über Einsamkeit, Obsession, Leidenschaft, Isolation, Versunkenheit.............ganz später über Faltkunst.

Wenn man nichts ausstellen dürfte, das nicht für die Öffentlichkeit gemacht wäre, gäbe es viele wichtige Dinge, die uns viel sagen, nicht zu sehen.
Spontan denke ich an einen Berg voll Brillen in Auschwitz.

Manches muss man sehen, manches muss man spüren, manches muss weh tun.....damit man daraus lernt. Oder damit man den Wert erkennt.

Ich würde mir dieses Haus unheimlich gerne ansehen.

Eme

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13

Samstag, 11. Juni 2016, 06:54

Ja, Kunst ist Trost ist ein wichtiger Aspekt. Das ist eine sehr persönliche Kunst ohne gesellschaftliche Ausstrahlung.
Das Haus zu zeigen und vielleicht zu dokumentieren ist in meinen Augen Wertschätzung für ein Menschenleben.
Ich möchte das Haus nicht sehen - zu viel Traurigkeit.
Lieber falte ich einen Bär mit Flügeln z.B.
Elke :)

volker

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14

Samstag, 11. Juni 2016, 12:27

Nachdem ich ueber die erste Verstoerung etwas Herr georden bin, moechte ich nochmal auf den Beitrag von Heiko (warigami) zurueckkommen. Ob da irgndwelche Zusammenhaenge oder Analogien zur Evolutionstherie oder den Darwin-Finken bestehen, lasse ich mal dahingestellt. Obwohl die Faltarbeiten offenbar - wie Du, Heiko, auch schriebst - fern der in seiner (Hapkes) Zeit sich gerade explosionsartig entwickelnden Falterszene entstanden sind, finde ich Deinen Gedanken, dass es vielleicht gut waere, wenn an der wissenschaftlichen Aufarbeitung ein auch theoretisch versierter praktischer Falter beteiligt waere, interessant. Mir faellt da spontan Rainer Caspary ein, der Mathematiker ist und ein sehr weites Feld - auch "geisteswissenschaftlich" -abdecken kann.

15

Samstag, 11. Juni 2016, 15:38

@Christian (und natürlich auch @alle, die darauf geantwortet haben):
Ich schließe mich hier der Mehrheitsmeinung an: Ich denke nicht, dass Hapke seine Werke nicht zeigen wollte - ich glaube auch eher, dass er sie nicht zeigen "konnte" (wobei das Nicht-Können wie gesagt keine äußeren, sondern vermutlich rein "innere" Gründe gehabt haben wird. Immerhin hat er ja, wie bereits mehrfach erwähnt, bewusst einen museal anmutenden Aufbau für die Präsentation seiner Arbeiten gewählt. Irgendetwas in seiner Persönlichkeit hat ihn jedoch stets davon abgehalten, sein Museum zu öffnen. (Das sind aber wie gesagt nur meine individuellen Vermutungen. Auf dem Gebiet bin ich bei weitem nicht bewandert genug, da überlasse ich da Feld den Experten in unserer Runde wie Nicole)

@Miasusannah:
So sehr mir Godwins law auch gefällt wegen seiner Ironie und seinem schwarzen Humor: Ich möchte deinen Auschwitz-Vergleich mal etwas anschwächen und stattdessen die Werke von Franz Kafka als Vergleich hernehmen, die Max Brod veröffentlicht hat... ;)

@Volker:
Der Darwin-Vergleich war einfach als eine Möglichkeit gedacht, die Diskussion zu eröffnen, falls sich keiner traut. War nicht nötig, hat auch so sehr gut funktioniert. Ich glaube auch nicht, dass wir uns der "Evolution" im Origami erst bewusst werden müssen - die kennen wir bereits und nutzen sie hervorragend, wie ich finde.
(Randnotiz: Trotzdem meine ich in den abgebildeten Faltfiguren zu erkennen, wie Hapke sich immer wieder von einigen wenigen Grundformen hat leiten lassen. Er hat diese immer wieder und wieder variiert und die Ergebnisse dokumentiert - ganz, wie in einem evolutionären Prozess. An die Darwin-Finken hat mich hierbei erinnert, dass er offenbar wohl nur einige wenige Grundformen zur Verfügung hatte, auf denen er seine Faltungen aufbauen konnte. (Vermutlich das, was seine 40 Jahre alten Bücher hergaben) "Neuere" Grundformen kommen bei ihm nicht vor (oder sind zumindest nicht auf den Fotos zu erkennen), ganz wie die isoliert lebenden Finken auf den Galapagos.)
Rainer könnte ich mir in der Tat ebenfalls gut in dem Team vorstellen, dass diesen "Schatz" heben könnte.

Nicole

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16

Sonntag, 12. Juni 2016, 14:47

@Christian (und natürlich auch @alle, die darauf geantwortet haben):
Ich schließe mich hier der Mehrheitsmeinung an: Ich denke nicht, dass Hapke seine Werke nicht zeigen wollte - ich glaube auch eher, dass er sie nicht zeigen "konnte" (wobei das Nicht-Können wie gesagt keine äußeren, sondern vermutlich rein "innere" Gründe gehabt haben wird. Immerhin hat er ja, wie bereits mehrfach erwähnt, bewusst einen museal anmutenden Aufbau für die Präsentation seiner Arbeiten gewählt. Irgendetwas in seiner Persönlichkeit hat ihn jedoch stets davon abgehalten, sein Museum zu öffnen. (Das sind aber wie gesagt nur meine individuellen Vermutungen. Auf dem Gebiet bin ich bei weitem nicht bewandert genug, da überlasse ich da Feld den Experten in unserer Runde wie Nicole)


Du bringst mich in Verlegenheit :)
Obwohl ich Psychologin bin, bin ich auf dem Gebiet der Persönlichkeitspsychologie eher Laie.
Ich hab mich bisher mehr ums Hirn und allgemeine Gesetzmässigkeiten gekümmert.

Und zugegeben, ein bisschen von mir selbst laufe ich hier vielleicht auch Gefahr hineinzuinterpretieren.
Tagelang zu Hause bleiben, an etwas schaffen, ohne sonstwas zu benötigen - das kenne ich.
Kann mich an eine besorge Mitbewohnerin erinnern, die mir mal tatsächlich Essen und Trinken an den Schreibtisch brachte mit echter Besorgnis, wann ich zuletzt was zu mir genommen hätte! :whistling:

Ich fänd's toll, wenn jemand von euch da beigezogen würde.
Dann bekämen wir vielleicht noch mehr spannende Einblicke darüber, was ihn angetrieben hat.

Eme

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17

Sonntag, 12. Juni 2016, 17:40

Ich denke es wäre wichtiger zu schauen, was uns antreibt, z. B. zu falten. Das finde ich viel produktiver und sinnstiftend für mich zumindest. Oder zumindest zu schauen, wonach ich suche bei einem wildfremden Menschen.
Elke

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