Double-tissue herstellen

  • von Christian » 19.06.2012, 09:57





    ich muss mal schauen ob ich heute Abend die Zeit finde eine ausführliche Anleitung zu machen.
    Es gibt ein Video von mir aus dem Jahr 2005 auf dem ich zeige wie ich foliertes Papier herstelle.
    http://www.youtube.com/watch?v=C4Z0efnmBhw


    Das gibt Dir schon mal einen groben Einblick über die Prozedur.


    Die
    Antwort von Claire ist sehr grob und mit einer Bürste habe ich in all
    den Jahren noch nicht gearbeitet. Sollte ich vielleicht mal ausprobieren
    :)


    Wie
    gesagt werde ich mal schauen ob ich heute Abend dazu komme eine
    ausführliche Anleitung mit den wichtigen Informationen zu geben.

  • von Christian » 19.06.2012, 23:10





    Foliertes Papier


    Ich habe mich dazu entschieden einfach das was ich seinerzeit auf meiner Homepage veröffentlicht hatte zu kopieren.
    http://img189.imageshack.us/img189/8166/folieren.jpg


    Es gibt bei der Herstellung 3 wichtige Dinge


    1.
    Benutze eine stabile, ebene und glatte Unterlage. Ich habe Leute
    gesehen die folierieren auf Pappe. Das geht schief. Ich habe mir eine
    ausreichend große Holzplatte im Baumarkt zurechtschneiden lassen, das
    funktioniert hervorragend.
    2. Benutze nicht das billigste
    Seidenpapier, damit habe ich auch schlechte Erfahrungen gemacht. Die
    Firma Modulor verkauft sehr gutes Seidenpaper, da kosten 25 Blatt sowas
    um die 2,50.
    3. Benutze keine allzu gute Alufolie. Je stabiler die
    Alufolie ist, desto dicker wird dann natürlich auch das folierte Papier.
    Ich kaufe immer das billigste was ich finde.


    Ansonsten kann man
    eigentlich nichts falsch machen. Ein bisschen Übung braucht es
    vielleicht aber bisher hat es noch jeder hinbekommen :)

  • von Christian » 25.06.2012, 16:45






    Danke für's danke, Volker. Da muß jemand danke
    sagen der gar nicht um die Anleitung gebeten hat und die Person die drum
    gebeten hat bleibt still :)
    Ich habe in den letzten Jahre die starke Vermutung, dass das Wort "Danke" in die Liste der geächteten Worte aufgenommen wurde :D


    Heute
    Abend werde ich mir neues MC Papier herstellen. Muß erst noch in den
    Baumarkt wegen neuen Unterlagen. Ich kann's kaum erwarten bis das
    Komatsu Buch endlich hier ist. Und um mir die Zeit zu vertreiben werden
    ich einen Ancient Dragon falten. Den habe ich noch nie aus MC Papier
    gefaltet, bin mal gespannt wie das ausgeht

  • von kadeen » 12.07.2012, 18:32






    Moin, Moin, lieber Christian,
    endlich habe ich begriffen, wie du das Paoier herstellst.
    Dank
    deiner ausführlichen Anleitung ist es mir gelungen, mit dem
    Bedürenkleber das Papier so herzustellen, dass es nicht zu dick ist. Ich
    hatte den Kleber mit einem Pinsel aufgetragen, das Ergebnis war
    schlecht!
    Nun habe ich mir 'ne Rolle besorgt, wie du es vorschlugst, und siehe:
    ich bin lecker zufrieden mit dem Ergebnis.
    Nochmals vielen Dank. :D
    Klaus-Dieter

  • von laserbrain » 30.07.2012, 11:23





    Hi Leute,


    also ich habe mir vor einiger
    Zeit über den großen Hafen Alufolie in 45cm breite und nur 18mu dick,
    das geht sehr gut zum tissue foil herstellen. Meine vorherigen Versuche
    mit normaler Haushalts Alufolie sind nichts geworden, weil die Folie
    35mu und dicker war.

  • von Streifenfuchs » 23.08.2012, 07:25





    Lieber Christian,


    vielen lieben Dank für
    die Anleitung in Video und Bild. Dank diesen Anleitungen habe ich jetzt
    endlich mein eigenes Tissue Foil Paper :D
    Das
    wollte ich schon so lange mal machen und hab mich doch nie getraut,
    weil ich nie so richtig wusste was ich alles brauche und wie ich
    anfangen sollte.
    Verwendet habe ich eine Alufolie vom Norma mit 13
    µm. (Fand sie allerdings nicht so gut und werde mich nach was anderem in
    der Stärke umschauen). Ich habe es gleich mal am Fluffy Teddybär von
    Mark Kirschenbaum ausprobiert, und es hat sich deutlich besser
    verarbeiten lassen als das Kraftpapier, das ich bei meinem ersten
    Versuch benutzt habe.
    Also noch einmal vielen herzlichen Dank. Ohne
    deine Anleitungen wäre ich wahrscheinlich noch eine ganze Weile bei "Ich
    würde ja so gerne, weiß aber nicht wie ..." hängen geblieben.


    Theresa

  • von Heike.Schröder » 29.08.2012, 14:31





    Hallo Christian,
    ich habe gerade mal deine Tissue-Foil-Technik ausprobiert.
    Das Ergebnis ist zwar um Längen besser als das, was ich bisher fabriziert habe, aber so richtig zufrieden bin ich noch nicht.
    Ist es normal, dass beim Aufziehen des Seidenpapiers auf die Alufolie winzig kleine Bläschen entstehen?
    Ist das vielleicht sogar das "Markenzeichen" von Tissue Foil oder bekommt man das auch richtig glatt?
    Ich
    versuche zwar, die Blasen mit einem weichen Tuch auszustreichen, aber
    wenn ich zu feste reibe, reiße ich Löcher ins feuchte Seidenpapier.


    Zu meinem Werkzeug:
    Ich benutze eine Plexiglasplatte aus dem Baumarkt als Unterlage, eine Schaumstoffrolle und den Ovalit Kleber für Wandbeläge.
    Muss ich den Kleber vielleicht noch verdünnen?
    Im Video von Sara Adams wird er verdünnt verwendet, während ich bei dir gesehen habe, dass du ihn unverdünnt verwendest.


    Über den einen oder anderen Tipp würde ich mich sehr freuen.


    Viele Grüße,
    Heike.

  • von Christian » 29.08.2012, 15:36





    Also ich habe den Kleber noch nie verdünnt,
    keine Ahnung warum Sarah das tut. Ich hatte immer das Gefühl, dass der
    Kleber dann zu dünn wird und das Seidenpapier schnell reißt.
    Ohne
    prahlen zu wollen habe ich diese Art zu folieren 2005 "entwickelt" und
    das Youtube Video ist auch aus diesem Jahr (das Video von Sarah ist aus
    dem Jahr 2009). Ich habe viel ausprobiert. Verschiedene Kleber und
    verschiedene Papiere. Ich habe auch verdünnt, aber dann wurde das Papier
    immer sehr nass.
    Das einzige was ich als elementar wichtig erachte
    ist, dass die Unterlage stabil ist und sich nicht wellt oder beugt.
    Deswegen habe ich eine stabile Holzplatte auf der ich foliere. Die lege
    ich dann auf meinen Küchentisch. Das Papier macht einen kleinen Teil der
    letztendlichen Qualität aus. Wenn die Blumenseide zu billig ist, dann
    ist sie oft auch sehr dünn und lässt sich schlecht folieren.
    Ich
    nehme nicht die billigste Blumenseide, denn da hab ich auch schon
    schlechte Erfahrungen gemacht. Kaufen tue ich es ausschließlich bei http://www.modulor.de
    Hin
    und wieder bekomme ich auch kleine Blasen ins Papier die trocknen dann
    aber meist raus. Ansonsten ist mein Papier immer glatt. Genau genommen
    macht es aber keinen Unterschied, denn die Blasen sieht man auf dem
    gefalteteten Modell meist nicht.

  • von Heike.Schröder » 29.08.2012, 15:44





    Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
    Dann
    werde ich jetzt mit meinem Papier mal die ersten Faltversuche
    unternehmen und schauen, wie das selbst folierte Papier wirkt.
    Evtl. werde ich auch noch mal auf das Seidenpapier zurückgreifen, das du empfiehlst.
    Meines war aus dem Standardsortiment eines bekannten deutschen Bastelpapier-Herstellers.
    Ich probiere weiter und werde berichten.

  • von origami_8 » 29.08.2012, 19:22





    Hallo, Christian ist zwar absoluter Profi, beim
    Verdünnen des Klebers muss ich ihm aber widersprechen. Es kommt wohl auf
    die Art des Klebers an, aber Metylan Ovalit T bekommt man meiner
    Meinung nach nicht dünn genug aufgetragen wenn man ihn nicht etwa 1+1
    mit Wasser verdünnt.
    Die Bläschenbildung hängt einerseits mit dem
    verwendeten Seidenpapier zusammen, andrerseits mit der Wischtechnik beim
    Auftragen des Papiers. Wenn das Papier nass wird und deshalb reißt, ist
    der Kleber zu dick aufgetragen.
    Das Christian der Erste war, der
    gezeigt hat wie man solches Papier herstellt kann ich übrigens
    bestätigen. Das Video habe ich damals mit seiner Erlaubnis gedreht.

  • von thenexus » 24.09.2012, 13:43





    Hallo Heike,

    Zitat


    Heike.Schröder hat geschrieben:Ich
    versuche zwar, die Blasen mit einem weichen Tuch auszustreichen, aber
    wenn ich zu feste reibe, reiße ich Löcher ins feuchte Seidenpapier.


    Ich
    benutze dafür eine kleine Linolwalze. Damit gehen Blasen und kleine
    Falten ganz gut raus und es gibt keine Risse oder Löcher im Papier.


    LG

  • von thenexus » 02.10.2012, 15:20





    Hallo Claus-Dieter,


    danke für die Antwort, aber so ganz versteh ich das nicht.


    Meine Aufgabenstellung ist folgende:


    Wenn
    ich z.b. ein 50cm x 50cm Quadrat nach dem Trockenen von der Glasplatte
    abziehe rollt sich das Papier so stark auf, dass ich danach eine 50cm
    lange Rolle Papier mit 1cm Durchmesser habe. ich muss das Papier dann
    sehr intensiv gegenrollen bis es überhaupt einigermaßen faltbar wird.
    Auch die Qualität des Papiers leidet durch das starke gegenrollen.


    Ich verwende Canson Seidenpapier.
    Vorgehen: MC auf die Glasplatte - erste Schicht Seidenpapier - MC - zweite Schicht Seidenpapier - MC


    LG,
    Andy

  • von Nouda » 19.10.2013, 19:51





    heyho ich bin kurz davor mein eigenes double-tissue herzustellen


    mir
    stellt sich noch die Frage, ob der Kleber nicht irgendwie austrocknet,
    wenn man so einen großen Eimer wie auf dem Foto von Christian kauft.
    Ich kann mir kaum vorstellen, dass ihr alle direkt den ganzen Eimer verbraucht, oder?
    Der Verkäufer im Baumarkt hatte jedenfalls gemeint ich solle den Kleber möglichst schnell aufbrauchen...


    lg Philipp ;)

  • von origami_8 » 19.10.2013, 22:02





    Also ich habe etwa sieben Jahre lang einen
    mittelgroßen Kübel Metylan normal gehabt mit dem ich immer wieder mal
    Tissue Foil gemacht habe. Wenn der Kübel nach Gebrauch immer geschlossen
    wird, trennt sich der Kleber zwar in zwei Phasen auf, aber austrocknen
    tut er nicht. Man muss den Klebstoff dann halt vor Gebrauch gut
    durchrühren bis er wieder homogen ist. Anschließend gebe ich ein
    Bisschen was in ein kleineres Behältnis und mische es etwa im Verhältnis
    1+1 mit Wasser. Meinen aktuellen Kübel habe ich jetzt auch schon seit
    einem Jahr in Gebrauch und die Qualität ist unverändert gut.

  • von quiet marverick » 20.10.2013, 09:29





    Heho,


    ich hab grad nochmal den ganzen
    Thread gelesen, weil ich gestern mein erstes double-mullberry
    hergestellt habe und hier nochmal gucken wollte. Jetzt muss ich an
    verschiedener Stelle meinen Senf dazu geben^^


    1. Der Thread heißt
    noch "Double-Tissue herstellen" wegen des Einstiegsposts. Allerdings
    ist nirgendwo erklärt, wie es hergestellt wird (außer die eine Zeile von
    Claire) oder hab ich mich versehen?!^^ Dafür ist umso mehr über
    Tissue-Foil geschrieben worden, was ja auch super ist. Allerdings
    schlage ich vor den Thread umzubenennen und einen neuen für
    Double-Tissue zu eröffnen, denn mittlerweile habe ich den Eindruck, dass
    ein paar Leute denken, Tissue-Foil sei Double-Tissue...


    2. Mein
    Wandbelagskleberpott ist auch noch nie ausgetrocknet, wobei ich einen
    kleinern Pott kaufe. (Hab so viel anderen Kram, was meine Wohnung
    sprengen würde :O) Allerdings kann ich mir auch beim besten Willen nicht
    vorstellen, dass der schnell austrocknet. Nouda, der Verkäufer will nur
    Umsatz machen^^


    3. Ich streiche das Seidenpapier mit den Fingern
    von innen nach außen glatt. Bzw mit den Handaußenkanten. Dabei
    entstehen meist kaum Falten, wobei ich sie, wenn sie doch kommen oder
    sich doch mal Bläschen bilden, einfach platt drücke. Ich mag eg Struktur
    auf Papieren und stören tun Falten/Blasen nur, wenn da dick Kleber
    drunter ist, was man also vermeiden sollte.


    4. Ich verdünne den
    Kleber auch nicht und trage ihn immer mit einer Rolle auf, so wie
    Christian (Habs ja auch von Christian abgeguckt^^


    5. Erfahrung
    von gestern: Man kann mit dem Wandbelagskleber keine zwei Schichten
    Alufolie zusammen kleben... Der Kleber darunter trocknet sehr sehr sehr
    langsam und auch föhnen hilft rein garnichts. Es hält auch nicht
    wirklich zusammen...


    6. Noch eine Erfahrung von gestern: Double-Mullberry (Strohseide) mit Wandbelagskleber dazwischen ist sch****


    Soweit dazu :)


    Allex

  • von Nouda » 20.10.2013, 13:07






    Danke für die vielen schnellen Antworten! Wenn
    ich nicht gerade einen von den genannten Wandbelagsklebern usw. finde,
    werde ich aber glaube ich trotzdem erstmal eine kleinere Packung kaufen :)


    ich muss meinen Post von gestern verbessern:
    ich fange erstmal mit double-tissue-foil an (ich hoffe das ist jetzt die richtige Bezeichnung für Seidenpapier|Alufolie|Seidenpapier) :D


  • Also ist das, was in dem Video und dem bild von Christian beschrieben wird nun tissue-foil oder double tissue oder was?
    ?(


    Es wäre schön, wenn jemand kurz diese ganzen Foil-Sorten benennen und den Unterschied beschreiben könnte, denn das was hier so steht ist mehr verwirrend als hilfreich (die Anleitung finde ich allerdings schon hilfreich, nur blöd, wenn man gar nicht weiß, was nun genau was ist ^^)


    Liebe Grüße und danke schonmal,
    Lucy

  • Double Tissue = 2 Lagen Seidenpapier zusammengeklebt mit Metylcellulose Kleister
    Tissue Foil = Seidenpapier+Alufolie+Seidenpapier zusammengeklebt mit entweder Wandbelagskleber, Sprühkleber, Klebestift oder Bügelkleber


    Double Tissue ist ein sehr dünnes Papier das sich ganz ausgezeichnet falten lässt.
    Tissue Foil ist je nach Herstellungsart und verwendeten Materialien sehr unterschiedlich. In meinen Augen ist Wandbelagskleber und ausblutendes Seidenpapier zu bevorzugen. Der Vorteil der Alufolie ist, dass Modelle extrem gut in Form halten. Die Folie alleine lässt sich aber nur schwer falten und sieht nicht hübsch aus. Wenn man das Seidenpapier mit Sprühkleber aufklebt überwiegen sehr stark die Eigenschaften der Folie die zum Beispiel auch bewirken, dass sich Falten sehr schwer umdrehen lassen und das Papier leicht verknittert. Mit Wandbelagskleber überwiegen die positiven Eigenschaften des Papiers, Falten lassen sich gut umdrehen und das Papier bleibt beim Falten glatter. Trotzdem lässt es sich super ausformen und behält die Form bei.
    Klebestifte können meiner Erfahrung nach nicht dünn und regelmäßig genug aufgetragen werden um wirklich brauchbar zu sein, trotzdem gibt es Falter die diese Methode verwenden, da sie sehr rasch geht. Bügelkleber hab ich selbst noch nicht ausprobiert, das resultierende Papier ist aber angeblich sehr glatt (na no na, wird ja gebügelt).

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