Welches Papier ist das Beste?

  • von michi_fiss » 06.08.2012, 23:16





    Hey ich denke seit einiger Zeit darüber nach welches Papier den "das Beste" ist. (Natürlich das Beste für euch)
    ich
    habe bis jetzt immer nur mit 70g/m² 15:15 und durchgefärbt gearbeitet
    neulich habe ich mir ein bemustertes Papier mit 80g/m² 20:20 (wobei ich
    gemerkt habe das es bei komplizierten Figuren also wenn das Papier oft
    gefaltet wurde sehr steif wurde vll. ein bisschen zu dick?) gekauft.Ich
    Habe mich bis jetzt noch nicht mit Nassfalten probiert größtenteils weil
    ich nicht wusste wie könnt ihr mir Tipps geben?
    Schreibt bitte euer Lieblingspapier mit vor-nachteile und die Verwendung/Technik auf (Würde mich sehr freuen.)
    LG Michi

  • von Christian » 07.08.2012, 09:01





    Naja, "DAS" richtige Papier gibt es wohl nicht.
    Es ist immer davon abhängig was man falten will. Es gibt Leute die
    Falten Schachteln aus Tapete, weil Tapete sehr stabil ist und in schönen
    Mustern daherkommt. Manche Leute falten mit Backpapier oder mit
    einfachem Kopierpapier.


    Die richtige und beantwortbare Frage wäre also beispielsweise. "Mit welchem Papier kann man komplexe Insekten falten?"

  • von Christian » 07.08.2012, 13:04





    Da ich beinahe Ausschließlich mehr oder weniger
    komplexe Tiere falte beschränkt sich mein Papiervorrat auf folgende drei
    Papiere:


    1. Autolackierer Abdeckpapier
    Das ist ein sehr
    dünnes (geschätzte 50g/qm), jedoch trotzdem super reißfestes
    Kraftpapier. Mit diesem Papier mache ich viele Testfaltungen. Wenn ich
    eine Figur dann "ins Reine" falte, nehme ich ein anderes Papier, aber
    für's Grobe ist das Papier echt super. Das Papier ist auf großen Rollen
    (bis 1,20m Breite vielleicht sogar noch breiter ) erhältlich und kostet
    wenig Geld.


    2. Kraftpapier
    Ich habe mir vor ungefähr 10 Jahren
    mal eine Rolle Kraftpapier gekauft. Die Rolle ist riesig gewesen, so
    was um die 1,60m breit und 48g/qm stark. Damit kann man echt alle
    Insekten Probefalten. Da es nur "schnödes" Kraftpapier ist kann man die
    Figur am Ende nicht gut ausformen.


    3. Foliertes Seidenpaper
    In
    den allermeisten Fällen falte ich mit meinem selbsthergestellten
    folierten Seidenpapier. Hierbei handelt es sich um zwei Blatt
    Blumenseide mit Alufolie dazwischen.

  • von Streifenfuchs » 07.08.2012, 22:12





    Zur Zeit falte ich besonders gerne Tesselations von Fujimoto, und am allerliebsten falte ich die Blütenpyramide (Folding Origami Hydrangea
    Seite 70). Deswegen habe ich sie mittlerweile schon sehr oft gefaltet
    und auch einige Lieblingspapiere für diese Faltung für mich entdeckt.


    Iwahada
    und Elefantenhaut lassen sich schön falten, so lange das Ausgangsformat
    groß genug gewählt ist (ca. 24 cm) und erzielen meiner Meinung nach
    sehr schöne Resultate.


    Mein allerliebstes Lieblingspapier für die Blütenpyramide ist Sousakusenka Metallic,
    das es leider nur in 15x15cm gibt. Größer hätte ich es noch lieber.
    Trotzdem lässt sich die Blütenpyramide damit problemlos falten. Das
    Papier ist sehr dünn, hält aber trotzdem einiges aus. Und das fertige
    Modell wirkt durch die Metallic-Oberfläche des Papiers sehr edel. Das
    Papier glitzert auch nicht ab.


    Diese drei Papiersorten lassen
    leider nur wenig Licht durch weshalb es meistens nichts bringt die
    fertige Tesselation gegen das Licht zu halten (was ich sehr gerne
    mache.)


    Mein letzes Lieblingspapier für die Blütenpyramide ist das Kirschblütenpapier.
    Dieses Wunderschöne dünne Papier gibt es leider nur in 7,5x7,5 cm, was
    das Falten der Blütenpyramide ziemlich anstrengend macht. Wer kleine
    Hände hat ist hier klar im Vorteil. Außerdem stört das Muster und
    beeinträchtigt das fertige Modell. Trotzdem mag ich das Papier, denn es
    macht die vielen Faltungen mühelos mit und wenn man es gegen das Licht
    hält ergeben sich die wunderschönen Effekte, die ich bei den anderen
    drei Papieren vermisse (hier stört dann auch das Muster nicht mehr).
    Dieses
    Papier ist momentan auch meine erste Wahl bei modularen geometrischen
    Körpern, sowohl der Größe als auch der Falteigenschaften wegen. Das
    Falten der einzelnen Module macht mir mit diesem Papier großen Spaß und
    das fertige Modell hält gut und stabil zusammen. Leider wirkt es etwas blass
    und Muster die durch die Rückseite des Papiers entstehen bleiben daher
    ausdruckslos. Es eignet sich also am besten für Modelle, bei denen nur
    die Vorderseite des Papiers zu sehen ist. Trotzdem ist es ein sehr
    schönes Papier, das ich gerne auch in größeren Formaten hätte.

  • von gachepapier » 09.08.2012, 00:28





    Was das beste Papier ist hängt natürlich auch
    stark vom Modell und von der gewünschten Technik ab, ich habe jedoch
    sehr viel Spass mit Lokta, am bestem 50cm oder mehr, zweilagig mit MC
    geklebt für Farbwechsel und Haltung. Und ein Sandwich aus Strohseide
    und EH ist auch etwas für mich

  • von Volker » 09.08.2012, 19:50





    Fuer komplexe Modelle ist nach meiner Meinung
    das von Christian hergestellte folierte Papier unuebertrefflich gut.
    Wenn ich mich recht erinnere, hat er hier im Forum irgendwo einen Link
    zu dem Video gesetzt, in dem er zeigt, wie er es herstelltd.
    ich
    hatte ja hier im Forum mal die Frage gestellt, welches einigermassen
    transparente Papier fuer Tesselations geegnet ist. Darauf habe ich sehr
    nette und weiterfuehrende Antworten bekommen und danach mit Shoji Papier
    von Christiane Wert und Ursula Otani (Myabi) leider bisher nur die
    einfache Hydrangea (Hortensie) "gefaltet". Das ging ganz prima; das
    Papier ist ganz wunderbar und angenehm transparent. Wie es sich bei
    schwierigeren Tesselations, bei denen die Falten mehrmals umgewandelt
    werden , verhaelt, weiss ich leider noch nicht.
    Was mich generell
    wundert, ist, dass bei den Papierfragen selten oder nie (vielleicht ist
    mir auch was entgangen) Ausfuehrungen zu Papier fuers Nassfalten gemacht
    werden. Dabei ist das nach meiner Meinung bei groessren nicht sehr
    komplexen 3D-Tierfaltungen, die lebensecht wirken sollen, die einzig
    senkrechte Methode. Ich hab mir das bei Stephan Weber abgeguckt, dessen
    Stier und Geier einfach unerreicht sind. Wer ihn nicht kennen sollte,
    kann mal www.origami-live.de anklicken. Er faltet hauptsaechlich mit F-Color-Papier, aber auch wie m.W. viele Falter mit Aquarellpapier.

  • von Volker » 13.08.2012, 12:31






    Zitat


    mitanei hat geschrieben:Ich arbeite auch sehr oft mit Elefantenhaut für meine Figuren, vorausgesetzt ich brauche nur einfarbiges Papier.


    Die
    Einfarbigkeit ist kein Hinderungsgrund. Elefantenhaut laesst sich sehr
    gut mit Acryllack z.B. der Fa. Lukas vor dem Falten einfaerben (s. z.B.
    meine goldene Hortensie in der Galerie unter Tesselations). Ich
    bevorzuge aber F-Color-Papier, was nach meiner Erfahrung den Vorteil
    hat, dass die Knicke nicht rauh werden; es faerbt auch nicht ab, wie
    manchmal Elefantenhaut etwas.

  • von quiet marverick » 13.08.2012, 21:26





    Ich falte auch vor allem Tiere und oft auch
    komplex. Ich hab mich immernoch nicht aufgerafft foliertes Papier selbst
    herzustellen.
    Dabei bin ich mir sicher, dass das super ist. Schließlich kann man mit
    diesem spiegelnden Alupapier auch genial falten. Das sieht nur doof aus
    xD


    Ansonsten falte ich viel mit Tissue Paper. Das golden und
    bronze beschichtete hält auch etwas die Form. Allerdings nicht so gut
    wie Alu-Papier und es ist auch dicker, was unpraktisch für Krallen,
    Zähne und kleine andere Dinge ist. Im Grunde habe ich mich immernoch
    nicht so richtig entschieden, womit ich klar komme. Zum Teil benutze ich
    auch Ryujin oder wie das heißt. Das ist schön dünn.


    Wenn ich
    einfachere oder plastische Modelle falte, benutze ich ganz oft Tant,
    weil es da so viele schöne verschiedene Farben gibt.


    Aber es gibt halt für jedes Modell auch das richtige und falsche Papier.
    Für die Kawasaki-Rose benutze ich z.B. nurnoch Lokta und Maulbeerbaumpapier, wegen der Struktur und der Faser.


    LG quiet marverick

  • von Volker » 18.08.2012, 16:15





    Wenn ich mal bei Boesner und/oder Gerstaecker in
    Karlsruhe bin, lasse ich mir die von Dir genannten Papiere zeigen.
    Ryujin, Tant und Lokta kenne ich gar nicht und mit Maulbeerbaumpapier
    habe ich nur einmal gefaltet. Bin gespannt.
    Jedenfalls schonmal Danke fuer die interessanten Tipps!

  • von quiet marverick » 18.08.2012, 23:33





    ne nicht Unryu.. :)
    hm bin mir grad nicht sicher wie das heißt, aber ich glaub echt
    Ryujin. Also Unryu ist ja sone art Seidenpapier mit Faser.. also so dünn
    "stoffig" Das Ryujin.. oder wie es heißt, ist so bräunlich und sehr
    dünn und glatt. Ähnlich wie Backpapier nur noch etwas dünner und die
    Falten werden sehr gut geprägt.. hm


    Edit:
    Ich hab grad mal
    meine Rechnung ausgekramt. Ich hatte das bei origami-shop bestellt. Es
    ist auf der Rechnung betitelt mit "Ryujin - Kraft 28g/m²"
    Auf der Shopseite heißt es jedoch "Alios - Kraft 28g/m²"
    Also es scheint ein Kraft-Papier zu sein. Aber es ist wie gesagt sehr dünn. Anders als die Kraft-Papiere, die ich sonst kenne...

  • von lizby » 16.06.2013, 23:31





    Hallo bolko29,
    für Anhänger, Ohrringe etc.,
    die wetterfest sein sollen, benutze ich meist tissue foil. Das gefaltete
    Modell wird dann anschließend mit Lack (auf Wasserbasis) lackiert.
    Tissue Foil hat hier den Vorteil, dass es sich nicht so gut vollsaugt
    mit dem Lack und sich anschließend auffaltet; das ist mir am Anfang mal
    mit chiyogami passiert
    Lg, Liz

  • hey


    hat jemand schon Erfahrungen mit Origamido gemacht?
    Ist es seinen hohen Preis wirklich wert?


    Ich überlege nämlich gerade, ob ich probehalber mal eines bei meiner nächsten Bestellung beim origami-shop mitbestelle.


    Verwenden würde ich es für den Phönix von Kamiya Satoshi, eins meiner Lieblingsmodelle, das ich unbedingt mal "in schön" falten möchte (nicht mit braunem Backpapier xD)


    aber 11€ pro Batt??


    lg

  • Origamido ist nicht eine Art Papier, sondern eine Marke. Die Origamido Papiere die origami-shop anbietet sind eher im sehr dünnen Bereich angesiedelt (teilweise kann man durchsehen). Dadurch das hochwertige Fasern verwendet werden und das Papier handgeschöpft wird ist es sehr reissfest. Die verwendeten Pigmente sind Farbecht und bleichen in der Sonne nicht aus, des weiteren ist das Papier säurefrei und dadurch auch über viele Jahre beständig ohne zu vergilben oder strukturell instabil zu werden. Origamido Papier ist das Papier das Michael LaFosse und Richard Alexander für Ihre Origami-Projekte selbst herstellen. Da sie von jedem Papier immer eine größere Menge machen als sie selbst verwenden, verkaufen sie den Rest. Jedes Papier ist also für ein bestimmtes Projekt hergestellt worden und variiert daher sehr stark was die Eigenschaften betrifft, immerhin benötigt man für einen Elefanten ein anderes Papier als für ein Insekt oder eine Blume.

  • Bingo!


    Du kannst ein Papier erwischen das echt perfekt geeignet ist oder eines das überhaupt nicht geeignet ist. Bei den ganz dünnen Papieren kann man der Stabilität aber unter Umständen mit Methylcellulose ein wenig nachhelfen. Ist zwar mühsam, sollte aber funktionieren.

  • Das ist durchaus möglich. Michael LaFosse und Richard Alexander sind öfters mal auf Conventions (speziell OUSA) anzutreffen und verkaufen dort mitunter auch Papier. Aber vielleicht faltest Du das Modell einfach mal aus selbstgemachtem Double Tissue Papier, also zwei Lagen Seidenpapier mit Methylcellulose zusammengeklebt. Dieses Papier hat ganz ausgezeichnete Falteigenschaften, ist dünn, hält gut in Form und ist vor allem billig. Also wenn Du Dich mal verfaltest ist es nicht ganz so schade darum.

  • das werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren... sobald ich mit meinem Tissue-Foil zufrieden bin, mache ich mich ans Double-Tissue ran^^ das Video von Sara Adams dazu habe ich mir mal angeschaut.
    Gibt es eine gute Alternative zu einer Glasplatte als Unterlage?

  • Leider nicht wirklich. Ich habe schon gehört man könne auch ein Backblech verwenden, das habe ich aber noch nicht versucht. Ein Spiegel oder das Glas eines Bilderrahmens funktionieren jedenfalls. Ich habe viele Jahre mit einem Rahmenlosen Bilderrahmen gearbeitet, ganz einfach weil es die billigste Glasscheibe war die ich bekommen konnte, bricht halt leider auch leicht. Mittlerweile habe ich einen Schreibtisch mit Einscheibensicherheitsglas, das ist halt jetzt die Luxusausgabe um Origamipapier vorzubereiten.
    Von Holz- und Steinplatten habe ich Berichte gehört, dass sich das Papier nicht mehr ablösen lässt und auch Plastikunterlagen sollen nicht geeignet sein.

  • Ich habe mir seinerzeit für'n Appl und'n Ei im Baumarkt funierte Holz-Rückwand zurechtschneiden lassen (also das dünnste Holz wo wasses geben tut). Das hat zwei Vorteile. Zum einen ist es spottbillig und zum Anderen kann man es sich auf seine Wunschgröße zurechtschneiden lassen. Es muss halt funiert sein, denn auf der funierten Seite kann man das MC Papier machen.

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